Ursachen und Risikofaktoren

Auch wenn die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs – wie bei vielen anderen Krebsarten auch - bisher noch nicht vollständig geklärt sind, machen Fachleute dafür vor allem Ernährungs- und Lebensgewohnheiten verantwortlich, die zu einer unkontrollierten Vermehrung von Zellen in der Darmschleimhaut führen. Dickdarmkrebs entsteht so aus gutartigen Schleimhautwucherungen, aus so genannten Polypen oder Adenomen, die im Laufe der Zeit entarten und deren Zellen dann zu Krebszellen werden. Auch wenn sich meist keine einzelne Ursache dafür benennen lässt, kennt die Wissenschaft jedoch einige Risikofaktoren (4). Die wichtigsten sind:

  • Alter,
  • Diabetes Mellitus,
  • Lebensweise, dazu gehören v.a.
    • Rauchen
    • Alkohol
    • Übergewicht
    • Bewegungsmangel
    • Ungesunde Ernährung (fettreich/faserarm/stark gesalzene, gepökelte oder geräucherte Lebensmittel).

Ein erhöhtes Risiko haben laut Deutscher Krebsgesellschaft (5) auch Menschen,

  • die an einer chronischen Entzündung der Darmschleimhaut (insbesondere Colitis ulcerosa) leiden, vor allem wenn die Krankheit bereits länger als zehn bis fünfzehn Jahre besteht und einen großen Teil des Dickdarms betrifft.
  • die selbst oder nahe Verwandte mit Darmpolypen haben oder hatten.
  • Bei Vorliegen einer Familiären adenomatöse Polyposis, (genannt FAP).
  • in deren Familie bereits Darmkrebs aufgetreten ist, insbesondere wenn die Betroffenen bei Krankheitsbeginn jünger als 50 Jahre alt waren. Die Veranlagung zu dieser Krebsart kann vererbt werden.
  • die selbst oder deren nahe Verwandte an anderen Krebsarten, zum Beispiel Brust-, Eierstock oder Gebärmutterkrebs, erkrankt sind.
  • die am Gardner-Syndrom erkranken.
  • die am Peutz-Jeghers-Syndrom erkranken.
  • die am HNPCC (Lynch-Syndrom) erkranken.

Auch wenn einige Mikronährstoffe wie Kalzium oder Folsäure einen Einfluss auf das Risiko zu haben scheinen, von Vitamin- oder Mineralstofftabletten zur Nahrungsergänzung raten Fachleute international ab. Einige andere Medikamente zur Vorbeugung (s. Wirkstoff ASS) werden zwar diskutiert, sind für den Einsatz bei jedermann aber noch nicht geeignet (6).

Erblicher Darmkrebs

Es wird angenommen, dass bei etwa 5-10% aller Darmkrebspatienten eine erbliche Veranlagung vorliegt. Man konnte nachweisen, dass Genveränderungen den Ausbruch der Krankheit fördern können. Für die Nachkommen und Geschwister der Krebspatienten besteht in den betroffenen Familien dann ein erhöhtes Krebsrisiko (7).

Darmkrebsprävention

Nach den Aussagen führender Krebsforscher gehen man heute davon aus, dass sich die Anzahl der Darmkrebserkrankungen durch einen gesünderen Lebensstil deutlich senken ließe. Wie hoch genau, ist eine oft und viel diskutiertte Frage Zu vielen Einzelfaktoren, etwa Sport und Bewegung oder der Reduktion von Übergewicht, liegen konkrete Zahlen aus Studien vor. Aber, Krebs ist weiterhin unberechenbar. Das heißt, dass selbst Menschen, die sehr gesund leben und keine angeborenen Risikofaktoren oder Vorerkrankungen haben, Krebs bekommen können. Wie der Krebsinformationsdienst oft betont, bedeutet die Diagnose einer Darmkrebserkrankung also nicht, etwas falsch gemacht oder übersehen zu haben oder gar "Schuld" an der Erkrankung zu tragen. Die meisten empfohlenen Maßnahmen zur Krankheitsprävention wirken sich nicht nur auf das Darmkrebsrisiko aus, sondern gelten auch als allgemein gesundheitsfördernd und sind mit vergleichsweise geringem Aufwand umzusetzen. Für die Darmkrebsfrüherkennung konnte belegt werden, dass sie statistisch gesehen zu einer Lebensverlängerung beiträgt.

Der Krebsinformationsdienst aus Heidelberg hat einmal die wichtigsten bekannten Studienerkenntnisse zur Rolle der Lebensgewohnheiten und der Ernährung bei der Krebsprävention zusammengefasst (8):

  1. In zwei großen Studien konnte gezeigt werden, dass bereits 30 bis 60 Minuten Bewegung täglich das Risiko für Darmkrebs senken. Dabei unterscheiden Wissenschaftler nicht zwischen Sport oder anstrengender Alltagstätigkeit in Beruf und Freizeit.
  2. Rolle pflanzlicher Lebensmittel in der Vorbeugung von Darmkrebs: Obst und Gemüse sollten den Hauptanteil der Ernährung darstellen. Als Faustregel wird oft "Fünf am Tag" zitiert, also fünf Portionen Obst und/oder Gemüse pro Tag. Bezüglich des Darmkrebsrisikos ist Gemüse dabei wichtiger als Obst.
  3. Thema Ballaststoffe: In der europäischen EPIC-Studie konnte gezeigt werden, dass die deutlichste Reduktion des Darmkrebsrisikos bei Menschen auftrat, welche die höchsten Ballaststoffmengen über die Ernährung aufnahmen.
  4. Rotes Fleisch, also vor allem Rind- oder Schweinefleisch, wirkt sich möglicherweise über seinen Eisengehalt ungünstig aus und führt zur Ausschüttung größerer Mengen von Gallensäuren als pflanzliche Kost. Auch verzehren Menschen, die gern große Fleischportionen essen, meist zu wenig Gemüse und andere pflanzliche Lebensmittel.
  5. Verarbeitete Fleischprodukte, also Geräuchertes und Gepökeltes sowie Wurstwaren aller Art, zeigten sich in großen Beobachtungsstudien als potenziell ungünstige Lebensmittel, wobei der Weg, über den sie sich schädigend auswirken, noch diskutiert wird.
  6. Geflügel hat keinen messbaren Einfluss. Auch die Rolle von Fisch wurde untersucht, bisher jedoch ohne eindeutige Ergebnisse. 
Ob bei der Auswahl tierischer Lebensmittel vielleicht insgesamt nur der Fett- und Kaloriengehalt oder doch eher bestimmte Inhaltsstoffe eine Rolle spielen, lässt sich derzeit nicht sicher beurteilen.
  7. Negativer Einfluss von Alkohol führen Wissenschaftler heute zum Teil auch auf den hohen Kaloriengehalt von alkoholischen Getränken zurück. Denn eines gilt als belegt: Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Darmkrebs, in dem die Auswirkungen von Bewegungsmangel und Fehlernährung zusammenfließen.
  8. Konsum von Tabak steigert das Darmkrebsrisiko. Zwar ist der Zusammenhang mit dem Rauchen nicht so eindeutig wie etwa bei Lungenkrebs. Die vorliegenden Studienergebnisse reichen Fachleuten jedoch aus, um auch zur Senkung des Darmkrebsrisikos zum Verzicht auf Zigaretten und andere Tabakprodukte zu raten.

Referenzen:
(4) Sächsische Krebsgesellschaft e.V.: Material Onkolotse, Darmkrebs. Sächsische Krebsgesellschaft, 2011.
(5) Deutsche Krebsgesellschaft: Internetauftritt. Thema Darmkrebs. Abgerufen im Oktober 2013.
(6) Krebsinformationsdienst: Internetauftritt. Darmkrebsrisiko und Krebsvorbeugung. Abgerufen im Oktober 2013.
(7) Sächsische Krebsgesellschaft e.V.: Material Onkolotse, Darmkrebs. Sächsische Krebsgesellschaft, 2011.
(8) Krebsinformationsdiens: Internetauftritt. Dickdarmkrebs: Ursachen, Risikofaktoren, Vorbeugung. ABgerufen im November 2013.