Früherkennung

Wird eine Darmkrebs-Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, so sind die Heilungsaussichten gut. Die Schwierigkeit dabei: Im Frühstadium treten beim Darmkrebs oft keine Symptome auf. So entsteht in etwa 90% aller Fälle Darmkrebs aus zum Anfang gutartigen Darmpolypen. Eine wichtige Aufgabe der Vorsorge ist es, diese Darmpolypen rechtzeitig zu entdecken und zu entfernen, bevor sich aus ihnen Darmkrebs entwickeln kann. Aus diesem Grund kommt den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen (in der GKV ab dem 50. Lebensjahr) eine entscheidende Rolle zu. Hierbei stehen dem Arzt standardmäßig drei Methoden zur Verfügung

  • Tastuntersuchung
  • Okkultblut-Test (Hämoccult-Test). Darmpolypen und Tumore sondern oft, für das bloße Auge meist nicht zu erkennen, Blut ab. Der Test kann bereits kleine Mengen Blut im Stuhl nachweisen.
  • Darmspiegelung (Koloskopie). Dient der Untersuchung des Dickdarms und der letzten Zentimeter des Dünndarm

Leider nehmen hierzulande viel zu wenige den kostenlosen Check beim Arzt in Anspruch. Wenn die ersten Symptome auftreten, ist oft schon viel Zeit vergangen, in der man die Krankheit hätte wirksam bekämpfen können. 

Zu den Alarmzeichen, die ein Symptom für eine mögliche Darmkrebserkrankung sein können, zählen nach Auskunft der Felix Burda Stiftung (9):

  • Sie entdecken Blut im Stuhl.
  • Sie verlieren Blut oder Schleim mit dem Stuhlgang.
  • Ihre Verdauung wechselt, mal haben Sie Durchfall, dann wieder Verstopfung.
  • Ihr Stuhl ist bleistiftdünn.
  • Sie haben zwingenden Stuhldrang, aber dann kein Entleerung.
  • Sie haben öfter krampfartige Bauchschmerzen.
  • Sie leiden häufig an Übelkeit, Völlegefühl und Appetitlosigkeit.
  • Sie sind in der letzten Zeit ständig müde, sehr abgeschlagen und beobachten eine auffälligen Leistungsabfall.
  • Sie verlieren unbeabsichtigt Gewicht.
  • Sie sind blass und wirken wie blutarm.

Eine Untersuchung beim Arzt bringt hier die nötige Klarheit erlangen, ob bei Ihnen etwas Ernstes hinter den fest gestellten Beschwerden steckt oder ob nur ein harmloses Problem vorliegt.

Neben den oben bereits erwähnten Vorsorgeuntersuchungen gibt es – für diejenigen, die sich gegen einen Darmspiegelung (Koloskopie) entscheiden, noch Alternativen zur Koloskopie, deren Kostenübernahme durch die Kostenträger aber im Vorfeld abgeklärt werden muss (10):

Virtuelle Koloskopie
Der Darm wird mit Hilfe einer Computertomographie (CT) untersucht. Auch wenn die Untersuchung als vergleichsweise zuverlässig gilt, stellt laut Experten die usätzliche Strahlenbelastung ein Problem dar. Sollten bei der CT Krebsvorstufen oder Tumoren entdeckt werden, ist eine Darmspiegelung oder OP unvermeidlich, um diese zu entfernen.

Moderne Stuhltests
Statt biochemischer Untersuchung der Stuhlproben wollen neue Testverfahren den Krebs mittels immunologischer Verfahren aufspüren ("immunologische fäkale Okkultbluttests", abgekürzt iFOBT). Sie nutzen dazu Antikörper, um den Blutfarbstoff Hämoglobin in Stuhlproben zu identifizieren. Bisherige Studien zeigen, dass diese immunologischen Tests empfindlicher und weniger störanfällig sind, als die bisher genutzten Tests. Aus diesem Grund erwarten Wisschenschaftler auch, dass diese neuen Tests im gesetzlichen Früherkennungsprogramm der Krankenkassen die bisherigen Tests bald ersetzen werden. Ein weiterer Ansatz neuer Testverfahren ist der Versuch, mit Hilfe molekularbiologischer Methoden "Marker" von Krebszellen im Stuhl nachzuweisen.

Referenzen:
(9) Felix Burda Stiftung: Internetauftritt. Symptome von Darmkrebs. Abgerufen im Oktober 2013.
(10) Krebsinformationsdienst: Internetauftritt. Dickdarmkrebs. ALternativen zur Koloskopie. Abgerufen im Oktober 2013.