Nachsorge bei Lungenkrebs

Im Vordergrund der Nachsorge stehen die körperliche, psychische und soziale Rehabilitation. Nach der Behandlung sollen regelmäßige Nachuntersuchungen sicherstellen, dass ein Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) rechtzeitig erkannt wird, um diese frühzeitig zu behandeln, Nach- bzw. Nebenwirkungen der Therapie oder Begleiterkrankungen zu diagnostizieren, zu behandeln bzw. zu lindern und Betroffene bei möglicherweise auftretenden physischen, psychischen oder auch sozialen Problemen zu unterstützen. Bei Patienten mit Fernmetastasen oder palliativer Behandlung wird im Rahmen der Nachsorge v.a. auf Symptomfreiheit und den Erhalt einer bestmöglichen Lebensqualität geachtet.

Im Rahmen der S3-Leitlinie Lungenkrebs wird empfohlen, dass nach Abschluss einer Therapie für jeden Patienten ein strukturierter, individueller Nachsorgeplan erstellt wird. In diesen Nachsorgeplan sollten alle im stationären und ambulanten Sektor Verantwortlichen eingebunden sein. Zentral ist dabei die Symptomatik der Patienten stehen. Hierbei sollten auch die Psychoonkologie und die Sozialberatung einbezogen werden. In diesem Zusammenhang sollten Patienten mit Lungenkarzinom nachhaltig motiviert werden, mit dem Tabakrauchen aufzuhören. Dazu sollten sie wirksame Hilfen zur Raucherentwöhnung erhalten.

Das persönliche Nachsorgeintervall hängt dabei vom Tumorstadium, der durchgeführten Therapie, der individuellen Situation des Patienten und dem jeweiligen Krankheitsverlauf ab. Dabei berücksichtigt der Arzt das individuelle Rückfallrisiko, das wesentlich von der Art der vorhandenen Lungenkrebs-Erkrankung abhängt. Beim aggressiveren kleinzelligen Lungenkarzinom werden die Nachsorgetermine deshalb möglicherweise in kürzeren Abständen als oben beschrieben erfolgen. In den ersten 5 Jahren finden die Nachsorgeuntersuchungen sehr engmaschig statt. Erste Kontrolluntersuchung in der Regel 4-6 Wochen nach Therapieende. Zweite Kontrolle 6 Wochen später. Innerhalb der ersten beiden Jahre werden die Untersuchungen dann im Abstand von 3 Monaten. Ab dem 3. Jahr halbjährlich und nach 5 Jahren jährliche Nachsorgeuntersuchungen (kurative Therapie).

Nach palliativer Therapie sollten laut S3-Leitlinie Ansprechen, Nebenwirkungen und Beschwerdebild einen Monat nach Abschluss der Behandlung evaluiert werden. Als Basis sind dabei Anamnese, körperliche Untersuchung, eine konventionelle Röntgenaufnahme des Thorax und je nach Beschwerdebild geeignete bildgebende Verfahren durchzuführen. Danach sollten festgelegte Wiedervorstellungen mindestens alle 3 Monate erfolgen. Bei Patienten mit der Option auf weitere Therapien ist eine Verkürzung der Nachsorgeintervalle auf 6 bis 8 Wochen sinnvoll. Zur rechtzeitigen Erfassung eines Fortschreitens der Erkrankung sollten geeignete Untersuchungsverfahren genutzt werden.

Zu den Standard-Nachsorgeuntersuchungen gehören:

• die gründliche und umfassende körperliche Untersuchung
• Bronchoskopie
• PET-CT
• MRT
• Röntgen Thorax
• Thorax CT
• Abdomensonographie
• Lungenfunktionsprüfung, CO-Diffusionskapazität
• Laboruntersuchungen

Was können Betroffene selbst tun?
• Nichtrauchen
• Geduld mit mir selbst haben
• Austausch mit anderen
• Pflege der Kontakte zu Familie und Freunden

Ernährung bei Krebs

Es gibt keine allgemeingültigen Empfehlungen für die Ernährung von Krebspatienten. Entscheidend sind deshalb immer die individuellen Therapiebedingungen. Gezielte Ernährungs-Tipps müssen sich aus diesem Grund auch immer auf das betroffene Organ, eventuelle Beschwerden des Patienten und den aktuellen Ernährungszustand (Gewicht, tägliche Kalorienzufuhr), das Wohlbefinden und die familiären Ernährungsgewohnheiten beziehen. Als Faustformel gilt: Essen sollte auch weiter Lebensqualität bleiben und nicht mit Angst oder Widerwillen verbunden sein. Tipps für die Ernährung bei Krebs können Ihnen spezialisierte Ernährungsberater geben.



Letzte Aktualisierung:
01.02.2020

Referenzen:
(51) Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 1.0, 2018, AWMF-Registernummer: 020/007OL, http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Lungenkarzinom.98.0.html (Zugriff am: 30.01.2020)
(52) Deutsche Krebsgesellschaft: Thema Lungenkrebs, Bronchialkarzinom, Lungenkarzinom. Übersicht. Abgerufen im Januar 2020.

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