Aktive Überwachung (active surveillance)

Wenn der Tumor frühzeitig diagnostiziert wird, wenig aggressiv ist und vermutlich sehr langsam wächst, können Operation oder Strahlentherapie eine unnötige Belastung sein; denn höchstwahrscheinlich verschlimmert sich die Krankheit nicht und der Betroffene wird daran nicht sterben. In einer solchen Situation kann auf eine sofortige Behandlung (Operation, Strahlentherapie) vorerst verzichtet und so dem Patienten die möglichen Therapie-Nebenwirkungen erspart werden. Die «active surveillance» kann in Betracht gezogen werden, wenn folgendes gegeben ist:

  • niedriger PSA-Wert (< 10 ng/ml)
  • niedriger Gleason Score (≤ 6),
  • unauffälliger Tastbefund
  • nur 2 Stanzen einer Prostatabiopsie sind Tumorpositiv

Für Betroffene bedeutet «Aktives Überwachen»:

  • vorerst keine Konsequenzen und Nebenwirkungen einer Behandlung
  • regelmäßige ärztliche Kontrollen (Tastuntersuchung, PSA-Wert, evtl. jährliche Gewebeprobe), damit ein Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig, d. h. in einem heilbaren Stadium, erkannt und die erforderliche Therapie eingeleitet werden kann.
  • ein gewisses Risiko einzugehen, dass ein grundsätzlich heilbarer Tumor sich möglicherweise mit der Zeit zu einem unheilbaren Tumor entwickelt.
  • die psychische Belastung auszuhalten, «nichts» gegen eine potenziell bedrohliche Krankheit zu machen.

Die Therapie des Prostatakarzinoms ist sehr komplex ist und gehört erfahrene Hände eines Facharztes für Urologie.