Künstlicher Darmausgang

Bei Patienten mit Rektumkarzinom und Tumor sehr nahe am Schließmuskel ist ein künstlicher Darmausgang (bei etwa 15% aller Operationen) notwendig (18):

Stoma (griechisch Öffnung) = Künstlicher Ausgang (temporär / kontinuierlich)

Ileostoma (endständig, doppelläufig) = Ausleitung des Dünndarms an die Hautoberfläche. Anwendung bei operativer Entfernung eines Dickdarmteils oder des gesamten Dickdarms einschließlich des Schließmuskels.

Colostoma (endständig, doppelläufig) = Ausleitung des Dickdarms an die Hautoberfläche. Anwendung bei ernsthafter Erkrankung im Dickdarmtrakt, bei der bestimmte Darmabschnitte für kurze Zeit oder dauerhaft stillgelegt bzw.
auch ganz entfernt werden.

Viele mit einem künstlichen Darmausgang verbundene Fragen, Details oder Probleme treten oft erst nach der Operation auf und können dann besprochen und gelöst werden. Für Unterstützung sorgen dabei sogenannte Stomatherapeuten. Sie sind speziell darin ausgebildet, Sie beim Umgang mit einem künstlichen Darmausgang zu unterstützen. Eine häusliche Weiterbetreuung durch Stomatherapeuten ist ebenfalls möglich.

Austausch mit anderen Betroffenen
Haben Sie das Bedürfnis haben, sich mit Menschen auszutauschen, denen es ähnlich geht wie Ihnen, können Sie z.B. mit der Deutschen ILCO e.V. in Kontakt treten. Der Dachverband der Selbsthilfegruppen von Patienten mit künstlichem Darmund Blasenausgang betreut Selbsthilfegruppen in allen Regionen Deutschlands.

Referenzen:
(18) Sächsische Krebsgesellschaft e.V.: Material Onkolotse, Darmkrebs. Sächsische Krebsgesellschaft, 2011.