Brustkrebs - Der auffällige Befund

Natürlich reagiert jede Frau alarmiert, wenn bei der Tastuntersuchung der Brust oder in der Mammographie etwas „Verdächtiges“ gefunden wird, sei es ein Knoten in der Brust oder eine Gewebeveränderung. In den meisten Fällen kann jedoch nach einigen Zusatzuntersuchungen Entwarnung gegeben werden. Die Veränderungen stellen sich als gutartig dar.

Bei den Untersuchungen werden folgende Fragen geklärt (29)

  • Haben Sie wirklich einen Tumor?
  • Ist dieser gut- oder bösartig?
  • Welche Krebsart ist es genau?
  • Wo sitzt der Tumor?
  • Wie ist Ihr Allgemeinzustand?
  • Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten?
  • Gibt es Metastasen?
  • Mit welcher Behandlung kann für Sie der beste Erfolg erreicht werden?
  • Welche Behandlung kann Ihnen zugemutet werden?

Dies ist wichtig, da vor jeder nachfolgenden medizinischen Behandlung geklärt sein muss, woran Sie wirklich leiden.

Kommt eine Frau zum Arzt, weil sie selbst einen Knoten in der Brust ertastet hat, oder findet der Frauenarzt bei der Tastuntersuchung eine verdächtige Stelle, so gibt es eine Reihe von Untersuchungsverfahren, die dabei helfen können, den Verdacht einer Krebserkrankung bestätigen oder ausräumen können. Dazu zählen (29):

  • Erfragen der Krankengeschichte (Anamnese)
  • Körperliche Untersuchung
  • Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie)
  • Eventuell ergänzend auch Ultraschalluntersuchung der Brust (Mammasonographie)
  • Eventuell ergänzend Magnetresonanztomographie
  • Gewebeentnahme(Biopsie)

Wenn der Verdacht auf Brustkrebs sich bestätigen sollte, schließen sich weitere Untersuchungen an. Dann geht es darum feststellen, wo der Tumor sitzt, wie groß er ist, aus welcher Art von Zellen er besteht und ob er vielleicht schon Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat. Nach dem Vorliegen der kompletten Untersuchungsergebnisse kann dann entschieden werden, wie es weitergeht. Die Ärzte werden Ihnen dann genau erklären, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, wie sich die Behandlung auf Ihr Leben auswirkt und mit welchen Nebenwirkungen Sie rechnen müssen. Eine endgültige Entscheidung über Ihre Behandlung können Sie dann gemeinsam mit ihren behandelnden Ärzten treffen.

Weitere Mammographie-Befunde

Wird ein "Tumor" diagnostiziert, muss das aber nicht unbedingt auch heißen „Sie haben Krebs“. Bei vielen Frauen bilden sich vor der Monatsblutung hormonell bedingte knotige Gewebsverdichtungen, die nach der nächsten Regel verschwinden. Wenn Sie einen Knoten in der zweiten Zyklushälfte tasten, sollten Sie deshalb zunächst darauf achten, wie sich diese Stelle Ihrer Brust nach der Menstruation anfühlt. Aber auch Knoten, die sich nicht mit dem Zyklus verändern, sind sehr häufig gutartig. Sie können aus Fett-, Drüsen- oder Bindegewebszellen entstehen.

Ein weiterer Befund bei der Mammographie kann so genannter Mikrokalk sein. Dies klingt zunächst bedrohlich, doch nur in 20 Prozent der Fälle weisen diese Kalkeinlagerungen tatsächlich auf ein Karzinom hin. Anordnung und Größe der Kalkpartikel geben häufig bereits Hinweise, ob die Veränderungen gut- oder bösartig sind. Mitunter muss zur Klärung des Befundes aber noch eine Biopsie durchgeführt werden.

Auch ein sogenanntes Carcinoma in situ (CIS, Karzinom „am Ort“) bedeutet noch nicht sofort auch „Gefahr im Verzug“. Es handelt sich hierbei um Vorstufen oder frühe Formen von Krebs, die in den Milchgängen (Ductales Carcinoma in situ, DCIS) oder in den Milchdrüsen liegen (Lobuläres Carcinoma in situ, LCIS) und noch nicht in das umgebende Gewebe hineinwachsen. Da aus Sicht der Mediziner aktuell schwer abschätzbar ist, ob sich daraus jemals ein fortgeschrittener Krebs entwickelt, ist es zurzeit umstritten, ob man die weitere Entwicklung abwarten kann oder doch gleich operieren muss. Dies hängt sowohl von der Wachstumsgeschwindigkeit des Mikrokalks als auch weiteren Risikofaktoren ab, die ihre behandelnden Ärzte mit Ihnen besprechen werden.

Weitere Diagnoseverfahren in der Übersicht

Ultraschalluntersuchung

Ergänzendes bildgebendes Verfahren (Sonographie) zur Brustkrebs-Früherkennung bzw. zur Beurteilung von Knoten in der Brust.

Biopsie

Gewebeprobe, bei der mit einer Nadel Flüssigkeit oder Gewebe entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird.

MRT

Die Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Aufnahmen des Brustgewebes liefert. Sie verzichtet dabei auf Röntgenstrahlung. Dennoch kann sie die Mammografie nicht ersetzen, stellt aber ein wichtiges Zusatzverfahren in der Brustkrebs-Diagnostik dar.

Skelettszintigrafie / Computertomografie

Bildgebende Verfahren, mit denen die Bildung von Metastasen nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden können.



Letzte Aktualisierung:
01.02.2020

Referenzen:
(28) Deutsche Krebsgesellschaft: Basisinformationen Krebs. Brustkrebs - Diagnose. Online unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/diagnose/befund.html. Berlin. Zuletzt eingesehen am 31.01.2020.
(29) Deutsche Krebshilfe: Brustkrebs. Die blauen Ratgeber Nr. 02. Bonn, 2019.
(30) „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe: Patientenleitlinie Brustkrebs im frühen Stadium. Berlin, Stand: Dezember 2018.
(31) Briest S et al.: Brustkrebs. Grün-gelbe-Reihe Nr. 10 der Sächsischen Krebsgesellschaft e.V. Zwickau, 2018.
(32)  „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe: Patientenleitlinie Früherkennung von Brustkrebs. Achtung: Die Gültigkeit dieser Patientenleitlinie ist abgelaufen. Eine aktualisierte Fassung auf der Grundlage der Version 4 der S3-Leitlinie wird derzeit gerade erarbeitet.

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