Nachsorge bei einer Brustkrebserkrankung

Was sagt die Leitlinie Brustkrebs zur Nachsorge?

Auch wenn Ihre Behandlung zunächst abgeschlossen ist, werden Sie durch Ihre Ärztin weiterhin betreut. Das nennt man Nachsorge. Dabei geht es vor allem darum, Sie bei Behandlungsfolgen zu unterstützen und rechtzeitig einen Krankheitsrückfall oder Krebs in der anderen Brust zu erkennen und zu behandeln.

Neben einem ausführlichen Gespräch gehören zu einer Nachsorgeuntersuchung eine körperliche Untersuchung, ärztliche Beratung und bildgebende Verfahren. Auch hier werden Sie - bei Bedarf - von einem Team aus mehreren Fachleuten betreut.

Sollten Sie eine Antihormonbehandlung erhalten, dauert diese meist fünf Jahre. Diese können nur gut wirken, wenn Sie die Medikamente täglich über diesen langen Zeitraum einnehmen. Es ist empfehlenswert, dass Sie sich rechtzeitig Ihre Folgerezepte holen und die Kontrolltermine einhalten. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, wenn Sie mit der Behandlung nicht zufrieden sind oder bei Ihnen Nebenwirkungen auftreten.

Wenn Sie Rat oder Unterstützung brauchen, können für Sie auch Angebote der Selbsthilfe hilfreich sein. Die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. und die regionalen Tumorberatungsstellen in Sachsen können Ihnen geeignete Ansprechpartner nennen. Auch im Rahmen der Nachsorge empfiehlt die Leitlinie, sich mindestens zwei- bis dreimal pro Woche sportlich zu betätigen.

Regelmäßige Kontrolle

Bei etwa bis zu 80 von 100 Frauen kommt der Krebs nicht wieder. Hier- bei entscheidend sind vor allem die biologischen Eigenschaften des Krebses. Da die meisten Rückfälle in den ersten Jahren nach der Ersterkrankung vorkommen, empfiehlt die Leitlinie hier enge Kontrollabstände. Nach Meinung der Expertengruppe sollte Ihr Behandlungsteam Ihnen in den ersten drei Jahren nach der Behandlung alle drei Monate eine Nachuntersuchung anbieten und im vierten bis fünften Jahr alle sechs Monate. Anschließend folgen in der Regel jährliche Kontrollen. Bildgebende Untersuchungen der operierten Brust beziehungsweise der Brustwand empfiehlt die Expertengruppe jährlich.

Bei starken narbigen Veränderungen der Brustwand können in den ersten drei Jahren auch häufigere Kontrollen nötig sein. Da eine Frau mit Brustkrebs ein erhöhtes Risiko für Krebs in der anderen Brust hat, sollte auch die nicht betroffene Brust einmal im Jahr mit Mammographie und Ultraschall untersucht werden. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam nach einem Nachsorgepass. Dort kann alles genau notiert werden.


Andere bildgebende Untersuchungen wie Röntgen der Lunge, Knochenszintigraphie, CT und MRT sowie Blutuntersuchungen gehören nicht zur regelhaften Nachsorge. Nur wenn sich bei Ihnen der Verdacht auf Metastasen ergeben sollte, kommen solche zusätzlichen Untersuchungen in Frage, da Studien gezeigt haben, dass die Suche nach Metastasen Patientinnen ohne Beschweren oder Hinweisen darauf keinen Überlebensvorteil bringt.

Die Nachsorge läuft über mindestens zehn Jahre. Zusätzlich zu den empfohlenen Untersuchungen haben Sie die Möglichkeit, an anderen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen teilzunehmen, zum Beispiel Zellabstrich vom Gebärmutterhals (Pap-Test), Darmkrebs-Screening und Hautkrebs-Screening.

Wechseljahresbeschwerden

Bei Ihnen können altersbedingt oder durch eine Behandlung mit Anti- hormonen (siehe Seite 91) Wechseljahresbeschwerden auftreten. Dazu gehören typischerweise

  • Hitzewallungen,
  • Stimmungsschwankungen,
  • Schlafstörungen,
  • Scheidentrockenheit,
  • Blutungen aus der Scheide sowie
  • Muskel- und Gelenkschmerzen.

Diese Beschwerden können sich durch eine Behandlung mit Krebsmedikamenten, zum Beispiel auch durch eine Chemotherapie, noch verstärken.
Wie diese Wechseljahresbeschwerden empfunden werden, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Je nach Art der Beschwerden, stehen verschiedene Behandlungen zur Verfügung, um diese zu linden. Im Allgemeinen ist es möglich, stärkere Wechseljahresbeschwerden mit weiblichen Hormonen (Östrogenen) zu behandeln. Für Frauen mit Brustkrebs, insbesondere mit hormonempfindlichem Krebs, ist dies aber keine geeignete Behandlung. Sie erhöht möglicherweise die Gefahr für Rückfälle. Sollten Sie unter Wechseljahresbeschwerden leiden, fragen Sie Ihre Ärztin nach geeigneten Behandlungsmöglichkeiten.



Letzte Aktualisierung:
31.01.2020

Referenzen:
(57) „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe: Patientenleitlinie Brustkrebs im frühen Stadium. Berlin, Stand: Dezember 2018.

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