Ernährung nach Darmkrebs

Nach Operationen an Verdauungsorganen empfiehlt sich eine Ernährungsweise nach den Richtlinien einer Leichten Vollkost, die durch ein ständiges Probieren, anderer Lebensmittel ständig erweitert werden kann und sollte. Generell gilt: Alles was vertragen wird, ist erlaubt! (21)

Was bedeutet das Prinzip der Leichten Vollkost?
Die leichte Vollkost – früher auch als „Schonkost“ oder „gastroenterologische Basisdiät“ bezeichnet – ist eine Kostform, mit der sich zwar kein direkter therapeutischer Effekt erzielen lässt, die aber zur Entlastung einzelner Verdauungsorgane oder des gesamten Stoffwechselgeschehens beitragen soll. Sinn und Zweck dieser Kostform ist somit die Vermeidung unspezifischer Unverträglichkeiten im Bereich des Verdauungstraktes und damit das Ausschalten möglicher Beschwerden wie Durchfall, Völlegefühl, Schmerzen, Druck, Übelkeit, die bei Erkrankungen im Verdauungsbereich auftreten können. Leichte Vollkost unterscheidet sich von der „normalen“ Vollkost durch Weglassen von Lebensmitteln, Getränken und Speisen, die erfahrungsgemäß bei den verschiedenen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oft Unverträglichkeiten auslösen. Sie ist eine vollwertige, ausgewogene Ernährungsweise, die den Körper mit allen notwendigen Stoffen in ausreichendem Maße versorgt. Der leichten Vollkost liegen
die allgemeinen Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sowie die Empfehlungen für eine vollwertige Ernährung zugrunde.

Welche Arten von Lebensmittel sind am besten verträglich?
Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Paprikaschoten und Kohlsorten werden von vielen Patienten als unverträgliche Lebensmittel angegeben. Gemüse und Obst wird oft besser vertragen, wenn es gekocht ist. Vollkornbrot und Haferflocken, die ähnlich wie Grobgemüse reichlich Unverdauliches (Ballaststoffe) enthalten, werden nur selten gut vertragen.

Welche Zubereitungstipps gilt es zu beachten?
Frittierte, panierte und gegrillte Gerichte, Geräuchertes, süßes und fette Backwaren, Mayonnaise und Süßwaren gelten häufig als unverträglich. Auch kohlensäurehaltige Getränke, stark gewürzte Speisen und solche, die besonders heiß oder kalt serviert werden, lösen bei vielen Patienten Beschwerden aus

Was soll ich beim Essen beachten?
Die Volksweisheit „Gut gekaut ist halb verdaut“ gilt für Magen-Darm-Empfindliche in besonderer Weise. Hastig herunter geschlungene Bissen müssen im Magen erst mühsam aufgespalten werden. Das kann beschwerlich sein. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und kauen Sie gut. Viele als unverträglich eingestufte Lebensmittel sind gut gekaut durchaus verträglich. Hinzu kommt: Wer hastig isst, nimmt oft zu viel. Der Überblick über die Nahrungsmenge geht verloren und das Sättigungsgefühl setzt erst später ein. Starkes Völlegefühl kann die Folge sein. Essen Sie deshalb bewusst und beschäftigen Sie sich nicht mit anderen Dingen, schon gar nicht mit Problemen. „Ärger schlägt auf den Magen“ – beim einen wirkt er als Appetitszügler, beim anderen führt er zu unkontrolliertem Essen. Darüber hinaus
kann eine entspannte, ruhige Atmosphäre bei Tisch allein schon „Wunder“ bewirken – auch für die Verträglichkeit der Speisen. Bereiten Sie Ihre Gerichte schonend zu, um möglichst viele wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten. Testen Sie Ihnen fremde Lebensmittel grundsätzlich in kleinen Portionen. Das gilt vor allem, wenn Sie fremdländische Küchen kennen lernen wollen.

Wann und wie oft soll ich essen?
Essen Sie möglichst regelmäßig. Unregelmäßiges Essen bedeutet zusätzlichen Stress für den Magen. 5-6 kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt belasten das Verdauungssystem viel weniger als 3 große Mahlzeiten. Essen Sie abends nicht zu schwer und nicht zu viel. Mit vollem Magen schläft es sich nicht so gut. Die letzte Mahlzeit sollte spätestens 2 Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

Referenzen:
(21) Prof. Dr. Ingolf Schiefke: Ernährung für onkologische Patienten und ihre Angehörigen. In: Sächsische Krebsgesellschaft e.V. Gelb-Grüne Reihe. Band 18. Sächsische Krebsgesellschaft e.V., 2011.