Bei der Prostatakrebs-Operation wird der Tumor zusammen mit der Prostata und den Samenblasen vollständig entfernt.

Dabei steht neben der kompletten Tumorentfernung die Erhaltung der Harnkontinenz und ggf. der Erektionsfähigkeit im Vordergrund. Entsprechend des Tumortyps werden auch die regionalen Beckenlymphknoten mit entnommen. Bei unklaren oder unerwarteten Befunden kann während der Operation eine Gewebeuntersuchung angeordnet werden (sog. Schnellschnittuntersuchung), um das weitere operative Vorgehen festzulegen.

Der Schließmuskel der Harnröhre unterhalb der Prostata, der einen unkontrollierten Harnverlust verhindert, wird bei der Prostataentfernung sorgfältig, soweit als möglich geschont.

Nach der Entfernung der Prostata werden Harnröhre und Blase wieder miteinander verbunden, wobei vorübergehend ein Katheter zur sicheren Harnableitung eingelegt wird.

Der Katheter wird sieben bis vierzehn Tage nach der Operation entfernt, sobald die Naht abgeheilt ist.

Nahe an der Prostata verlaufen zwei Gefäßnervenstränge, die neurovaskulären Bündel. Diese sind für die Gliedversteifung mitverantwortlich. Ist der Tumor klein und nicht in die Prostatakapsel durchgebrochen, können diese Nervenstränge mit einer besonderen Operationstechnik geschont werden. Die Chancen, dadurch die Erektionsfähigkeit zu erhalten, können dadurch erhöht werden. Nach einer nervenschonenden Operation ist die Erektionsfähigkeit umso besser, je jünger der Patient ist und je besser die Erektionen zuvor waren. Die Nervenschonung allein stellt also noch keine Garantie für die Erektionsfähigkeit dar. Auch stehen Medikamente zur Verfügung, die auf Wunsch nach der Heilung die Erektionsfähigkeit verbessern können.

Zur Behandlung des Prostatakarzinoms kommen verschiedene Operationsverfahren und Techniken zum Einsatz.

Retropubische offen chirurgische Prostatektomie (Zugang über einen Unterbauchschnitt)
Über einen 10-15 cm langen Bauchwandschnitt zwischen Bauchnabel und Schambein. Dies ist die  derzeit weltweit häufigste Methode, über die auch die besten Langzeitergebnisse bezüglich einer erfolgreichen Tumorkontrolle vorliegen. Die regionalen Lymphknoten lassen sich bei dieser Methode auch leicht erreichen.

Perineale offen chirurgische Prostatektomie (Zugang über einen Dammschnitt)
Diese Technik zählt zu den minimal-invasiven Operationen, weil bei diesem Zugang praktisch kein Muskelgewebe durchtrennt werden muss. Der Damm befindet sich zwischen After und Hodensack. Eine Lymphknotenentnahme ist hier nicht oder nur sehr erschwert möglich. Diese Methode ist besonders dann geeignet, wenn es sich um ein sehr frühes Tumorstadium handelt und wenn eine Lymphknotenentnahme nicht notwendig ist.

Laparoskopische Prostatektomie (Zugang über mehrere kleinere Wunden)
Hier werden die Operationsinstrumente sowie eine Kamera durch mehrere kleine Bauchschnitte in den Körper geführt. So kann unter Bildschirmüberwachung (Video) im Innern des Patienten operiert werden. Die Methode gehört wegen der nur sehr kleinen Wunden am Unterbauch zu den minimal-invasiven Techniken.

Roboterassistierte laparoskopische Prostatektomie
Bei dieser mit der laparoskopischen Technik vergleichbaren Methode werden Instrumente und Kamera von bis zu vier Roboterarmen gehalten und vom Urologen mittels eines dreidimensionalen Bildes von einer Konsole aus gesteuert. Die starke Bildvergrößerung und der einfachere Umgang mit den Instrumenten bieten Vorteile gegenüber der «herkömmlichen» laparoskopischen
Operationstechnik. Die extrem hohen Kosten und die oft wesentlich längerer Op-Zeit sowie der fehlende Nachweis besserer Operationsergebnissen gegenüber den klassischen Methode gelten zurzeit noch als Nachteil.

Bei allen oben beschriebenen Operationsverfahren ist in Kliniken mit großer operativer Erfahrung eine Bluttransfusion, wie früher regelhaft geübt, nur noch selten nötig. Auch die operativen Begleiterscheinungen sind in der Regel nur unerheblich unterschiedlich.

Grundsätzlich gilt: Nicht allein das Operationsverfahren ist wichtig. Die Unterschiede bezüglich der perioperativen Beschwerden sind z.T. nur geringgradig und letztendlich weniger wichtig als eine sichere Tumorkontrolle. Entscheidend ist vor allem der Operateur mit seiner Erfahrung und seiner operativen Geschicklichkeit. Der Operateur muss entscheiden und dies dem Patienten erklären, mit welcher Methode er bei ihm mit hoher Sicherheit ein gutes Operationsergebnis erreichen kann.