Strahlentherapie (Radiotherapie)

Eine Strahlentherapie schädigt vor allem die Krebszellen, sodass diese sich nicht mehr teilen und vermehren können und absterben. Die Strahlen können aber auch auf gesunde Zellen wirken und vorübergehend Beschwerden auslösen.

Im Gegensatz zu den Krebszellen erholen sich die gesunden Zellen jedoch fast alle wieder. Bei einer Radiotherapie wird die ganze Prostata bestrahlt mit dem Ziel, alle Krebszellen zu zerstören und so eine Heilung zu erreichen.

Bei geeigneten Fällen ist die Bestrahlung heutzutage eine echte Alternative zur operativen Therapie. Die Radiotherapie kann auch ergänzend zu einer Operation oder zur Behandlung von Metastasen eingesetzt werden.

Bestrahlung von außen (perkutane Radiotherapie)
Die Strahlen werden durch die Haut (perkutan) auf das
tumorbefallene Gewebe gerichtet. Das Bestrahlungsfeld wird anhand einer Computertomographie (dreidimensional) exakt berechnet.

Dadurch können die Strahlen gezielt die zu bestrahlenden Stellen erreichen und umliegende Organe wie Harnblase und Enddarm weitgehend geschont werden.
Die intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) ermöglicht zudem, einzelne Tumorbereiche mit unterschiedlicher Intensität und aus verschiedenen Winkeln zu bestrahlen. Der Patient geht während sechs bis acht Wochen fünfmal pro Woche zur Radiotherapie. Die einzelnen Sitzungen dauern nur wenige Minuten.
Vor allem bei aggressiven Tumoren wird während einer gewissen Zeit (bis zu drei Jahren) eine begleitende Antihormontherapie eingesetzt.

Bestrahlung von innen (Brachytherapie)
Bei dieser Methode werden die Strahlenquellen meist unter Vollnarkose direkt im Tumorgewebe bzw. im betroffenen Organ platziert. Brachytherapien können nur in ausgewählten Zentren und unter ganz bestimmten Voraussetzungen sinnvoll durchgeführt werden. Nicht jeder Patient eignet sich hierfür. Die Aggressivität des Tumors, die Prostatagröße und die Symptome beim Wasserlassen sind wichtige Kriterien, um zu entscheiden, ob eine solche Therapie in Frage kommt. Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Brachytherapieverfahren.

LDR-Brachytherapie (Low Dose Rate = niedrige Dosisrate) mit Seeds: Winzige, radioaktiv beladene Metallkapseln, sogenannte Seeds, werden über den Damm in die Prostata eingebracht. Während Wochen geben sie sukzessive Strahlung ab; deren Intensität mit der Zeit kontinuierlich abnimmt.

Die – nicht mehr radioaktiven – Seeds verbleiben dauerhaft in der Prostata. Die Behandlung erfolgt in einem kurzen (ein- bis dreitägigen) Krankenhausaufenthalt. Diese Bestrahlungstechnik von innen wird als Brachytherapie (griech. brachys = kurz, nahe) oder interstitielle Brachytherapie (von Interstitium = Zwischenraum) bezeichnet.

HDR-Brachytherapie (High Dose Rate = hohe Dosisrate) mit Afterloading-Verfahren:
Winzige Plastikröhrchen werden erst nach ihrer Platzierung in der Prostata radioaktiv beladen (engl. afterloading = nachladen) und nach erfolgter Bestrahlung wieder entfernt. Dieses Verfahren erlaubt eine höhere Strahlendosierung in kürzerer Zeit. Es wird meist nur in Kombination mit einer Bestrahlung von außen angewandt. Die Behandlung erfordert einen kurzen Krankenhausaufenthalt.