Behandlungsmöglichkeiten

Ausschlaggebend für die Wahl einer Therapie sind vor allem:

  • das Krankheitsstadium
  • die lokale Ausdehnung des Tumors
  • der PSA-Wert
  • der Gleason Score
  • die Größe der Prostata
  • einseitiger oder beidseitiger Befall der Prostata
  • das biologische Alter und die Lebenserwartung des Patienten
  • der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten
  • die persönliche Einstellung

Es ist vorteilhaft, wenn die Behandlungsvorschläge mit den jeweiligen Fachspezialisten der Urologie, Radioonkologie oder Onkologie besprochen werden. Idealerweise wird dieses Vorgehen von einer für den Patienten zuständigen Fachperson koordiniert.

Wie bei den meisten Tumoren ist auch beim Prostatakrebs die Chance am größten, wenn der Tumor auf die Prostata beschränkt ist.

Haben sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet, lässt sich die Krankheit in der Regel nicht heilen. Oft kann der Verlauf aber durch eine entsprechende Therapie über längere Zeit verlangsamt und auftretende Beschwerden können gelindert werden. Das Fortschreiten der Krankheit kann mit verschiedenen medizinischen Therapien verzögert werden, wobei auf eine möglichst gute Lebensqualität im Vordergrund der Überlegungen steht.

Es stehen eine Reihe medizinischer, pflegerischer, psychologischer und auch seelsorgerischer Maßnahmen zu Verfügung, um Beschwerden wie Schmerzen oder Ängste zu lindern.

In manchen Fällen ist es möglich, die Krankheit über Jahre und selbst über Jahrzehnte, in Abhängigkeit vom Tumortyp, im Zaum zu halten.

Die hauptsächlichen Therapieverfahren sind:

  • Operation
  • Strahlentherapie (Radiotherapie)
  • Medikamentöse Therapien

In frühen Krankheitsstadien ist eine Heilung fast immer möglich. Dieses Ziel kann erreicht werden

  • durch die vollständige operative Entfernung der Prostata mit den Samenbläschen (radikale Prostatektomie),
  • durch eine externe Bestrahlung der Prostata (Radiotherapie),
  • durch eine interne Bestrahlung der Prostata (Brachytherapie).


Bei aggressiven Tumoren im Frühstadium (hohes PSA, hoher Gleason Score) kann zusätzlich nach der Operation oder der Radiotherapie eine Antihormontherapie erwogen werden. In bestimmten Fällen kann nach der Diagnose vorerst auf eine Therapie verzichtet werden, wobei Kontrolluntersuchungen in regelmäßigen Abständen unerlässlich sind (aktives Überwachen).

Therapie in fortgeschrittenem Stadium
Hat der Tumor bereits Metastasen in anderen Organen gebildet, lässt sich die Erkrankung nicht mehr heilen. Da das Prostatakarzinom hormonabhängig wächst, ist die Therapie der Wahl eine antihormonelle Therapie. Dabei wird entweder das testosteronbildende Gewebe der Hoden durch einen kleinen Eingriff entfernt oder es wird mit Medikamenten die Testosteronproduktion gehemmt.

Im Falle eines hormonunabhängigen Tumorwachstums kann auch eine Chemotherapie eingesetzt werden.
Zur Linderung von Schmerzen, die vor allen durch Knochenmetastasen entstehen, können verschiedene Medikamente oder auch eine gezielte Bestrahlung eingesetzt  werden. Unbehandelte Schmerzen schwächen einen Menschen unnötig und sind kräfteraubend. Schmerzen bei Krebs können immer gelindert und in vielen Fällen ganz behoben werden, sei es durch Medikamente, sei es durch andere Maßnahmen wie Bestrahlung oder Operation.

Verschiedene Medikamente können einerseits die Knochen stärken, anderseits Schmerzen lindern, die durch Metastasen verursacht werden. Diese Medikamente sollten frühzeitig verabreicht werden,  bevor Komplikationen wie starke Schmerzen oder auch metastasenbedingte Knochenbrüche auftreten.

Referenz für Überblick und einzelne Therapieansätze:
Dr. phil. Holze, Sigrun, Dipl.Psych. Gansera, Lutz & Prof. Dr. med. habil. Stolzenburg, Jens-Uwe (2009). Prostatakrebs (Grün-Gelbe Reihe der SKG, Nr. 10). Zwickau: Sächsische Krebsgesellschaft e.V.