Die Untersuchung durch den Arzt

Digital-rektale Palpation

Die rektale Tastuntersuchung wird im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Dabei tastet der Arzt über den Enddarm (Rektum) vorsichtig die Oberfläche der Prostata nach Knoten ab. Manche Männer empfinden die Routineuntersuchung als unangenehm. Sie ist aber in der Regel nicht schmerzhaft. Die Methode allein führt noch zu keiner sicheren Diagnose. So gibt diese Untersuchung z. B. keinen Hinweis darauf, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung der Prostata handelt.

Transrektale Ultraschalluntersuchung (TRUS)

Eine Ultraschalluntersuchung über das Rektum kann ebenfalls veränderte Regionen im Prostatagewebe sichtbar machen. Auch hier ist eine weitere Diagnostik zur genauen Abklärung erforderlich.

Blutuntersuchung (PSA-Test)

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweißstoff, welches in der Prostata gebildet wird. Es unterliegt natürlichen Schwankungen und ist altersabhängig. Für den PSA-Test wird eine Blutprobe aus der Armvene entnommen. In der Regel liegt der Grenzwert bei einem gesunden Mann unter 4 ng/ml. Als „Graubereich“ gelten Werte zwischen 4 und 10 ng/ml. Ein höherer Wert muss nicht zwangsläufig Prostatakrebs bedeuten. Denn auch bei einer Entzündung oder einer gutartigen Vergrößerung der Prostata kann der Wert ansteigen. In einigen Fällen kommt es sogar vor, dass der PSA-Wert nicht erhöht ist, obwohl eine Krebserkrankung besteht.

Wichtig: Liefern PSA-Tests wiederholt erhöhte Werte oder verändern sich diese Werte innerhalb eines Jahres stark (Anstiegsgeschwindigkeit), so sind zusätzliche Untersuchungen nötig! Der Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob eine Gewebeprobe zur weiteren Diagnostik erforderlich ist. Vergleichende PSA-Messungen sollten stets mit dem gleichen Testsystem durchgeführt werden, um Verfälschungen zu vermeiden.

Referenz:
Dr. phil. Holze, Sigrun, Dipl.Psych. Gansera, Lutz & Prof. Dr. med. habil. Stolzenburg, Jens-Uwe (2009). Prostatakrebs (Grün-Gelbe Reihe der SKG, Nr. 10). Zwickau: Sächsische Krebsgesellschaft e.V.